Überblick
Dänemark ist eines der höchstbesteuerten Länder der Welt: Der Grenzsteuersatz erreicht rund 60,5 Prozent, die Mehrwertsteuer liegt einheitlich bei 25 Prozent, und beim Wegzug greift eine eigene Exit Tax. Für eine steuerlich motivierte Auswanderung ist das Land das Gegenteil eines Ziels.
Das dänische System finanziert einen der umfassendsten Wohlfahrtsstaaten der Welt. Eine Steuerreform 2026 hat die alte Spitzensteuer in drei Stufen aufgeteilt. Die Körperschaftsteuer beträgt 22 Prozent.
Steuerpflicht in Dänemark: unbeschränkt oder beschränkt?
Wann bist du in Dänemark unbeschränkt und wann nur beschränkt steuerpflichtig? Und welche Einkünfte musst du dort überhaupt versteuern? Maßgeblich ist die steuerliche Ansässigkeit.
Die unbeschränkte Steuerpflicht wird ausgelöst, wenn du in Dänemark einen Wohnsitz begründest (eine verfügbare Wohnung plus tatsächliche Wohnsitznahme) oder dich zusammenhängend mindestens sechs Monate im Land aufhältst. Residenten werden dann auf das Welteinkommen besteuert.
Einkommensteuer
Die Belastung setzt sich 2026 zusammen aus 8 Prozent Arbeitsmarktbeitrag (AM-bidrag), 12,01 Prozent Bodensteuer, durchschnittlich rund 25 Prozent Kommunalsteuer sowie den reformierten Stufen Mittelsteuer (7,5 Prozent), Spitzensteuer (7,5 Prozent) und Top-Spitzensteuer (5 Prozent). Der Grenzsteuersatz erreicht damit rund 60,5 Prozent. Der persönliche Freibetrag liegt bei DKK 54.100.
Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne
Aktieneinkünfte werden 2026 mit 27 Prozent bis DKK 79.400 und mit 42 Prozent darüber besteuert. Sonstige Kapitaleinkünfte werden mit bis zu 42 Prozent erfasst.
Krypto-Steuern
Krypto-Gewinne werden in Dänemark regelmäßig als persönliches Einkommen zu hohen Sätzen besteuert.
Krypto-Steuern im Detail
Das vollständige Krypto-Steuer-Dossier auf kryptosteuern.info
Sonderregime für Zuzügler
Für entsandte Fachkräfte und Forscher gibt es das Forscher- bzw. Expat-Regime: ein Pauschalsatz von 27 Prozent zuzüglich 8 Prozent Arbeitsmarktbeitrag (effektiv 32,84 Prozent) für bis zu 84 Monate (7 Jahre). Das Regime gilt nur für Arbeitseinkommen, danach folgen die regulären Sätze. Für vermögende Privatpersonen ohne dänischen Arbeitsvertrag bietet es keinen Vorteil.
Körperschaftsteuer
Die Körperschaftsteuer beträgt einheitlich 22 Prozent.
Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer liegt bei 25 Prozent, einem der höchsten Sätze in Europa, ohne ermäßigte Sätze.
Erbschaft- und Schenkungsteuer
Dänemark erhebt eine Nachlasssteuer von 15 Prozent auf Erwerbe durch Kinder und nahe Angehörige (Ehegatten sind befreit), für entferntere Erben kommt ein Zuschlag von 25 Prozent hinzu.
Vermögensteuer
Eine Vermögensteuer wurde 1997 abgeschafft.
Sozialversicherung
Der Arbeitsmarktbeitrag (AM-bidrag) von 8 Prozent wird auf das Bruttoeinkommen erhoben.
Doppelbesteuerungsabkommen
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76 umfassende Doppelbesteuerungsabkommen in Kraft (Skatte- og Vaekstministeriet DBO-Katalog (svmn.dk, 166 Instrumente) + Den juridiske vejledning 2026-2 Abschnitt C.F.9.2 (info.skat.dk/tax.dk), Stand 2026-08-19). Nordisches Doppelbesteuerungsabkommen von 1996 (multilateral, BKI Nr. 92 af 25/06/1997): deckt Schweden, Norwegen, Finnland, Island und die Faeroeer ab; Groenland ist nicht Vertragspartei des Nordischen Abkommens, mit Groenland besteht ein bilaterales daenisch-groenlaendisches Abkommen von 1979 (mit Zusatzvereinbarungen, zuletzt 2024). Frankreich: alte DBO 2008 von Daenemark gekuendigt; neue DBO vom 4.2.2022 ist am 29.12.2023 in Kraft getreten und wird seit 1.1.2024 angewendet (LOV nr 322 af 28/03/2023). Spanien: DBO 2008 von Daenemark gekuendigt, seit 1.1.2009 vertragsloser Zustand; kein neues Abkommen in Kraft. Russland: DBO 2002 von Daenemark am 19.6.2023 gekuendigt, ohne Wirkung seit 1.1.2024; Russland steht auf der daenischen Liste nicht kooperativer Staaten. Belarus: die daenisch-sowjetische DBO von 1986 gilt weiter im Verhaeltnis zu Belarus (laut C.F.9.2 einziger verbleibender Nachfolgestaat, Protokoll BKI nr 35 af 04/12/2007); die administrative Zusammenarbeit ist laut Juridisk Vejledning suspendiert. Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Moldau sind nicht mehr von der Sowjet-DBO erfasst. Montenegro: gilt ueber die alte daenisch-jugoslawische DBO von 1981 (BKI nr 70 af 30/06/1982), laut C.F.9.2 einziger verbleibender Nachfolgestaat; Bosnien-Herzegowina und Kosovo sind nicht erfasst. Taiwan: Abkommen zwischen den Handelsbueros von 2005, umgesetzt durch BEK nr. 75 af 08/02/2006, wirkt wie eine umfassende Einkommens-DBO und wird im daenischen Register gefuehrt. Algerien: DBO vom 30.9.2021 ist in Kraft und wird seit 1.1.2024 angewendet (Lov nr. 1354 af 29.11.2023). Nicht umfassend und daher ausgeschlossen: Jordanien, Libanon und Hongkong (nur Schiff- und Luftfahrtseinkuenfte) sowie Guernsey, Jersey, Isle of Man, Bermuda, Britische Jungferninseln und Cayman Islands (TIEA plus begrenzte Teilabkommen fuer natuerliche Personen bzw. Schiff-/Luftfahrt).
Steuertransparenz und Compliance
Stand der Compliance-Daten: 2026
Weiterführende Ressourcen
Beim Wegzug aus Deutschland sind die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG und die Entstrickungsbesteuerung zu beachten. Zu bedenken ist zusätzlich die dänische Exit Tax. Für den Wegzug aus Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln, zusammengefasst unter Aus Österreich oder der Schweiz?.
Wegzug aus Deutschland
Aus Österreich oder der Schweiz?
Die Wegzug-Links oben behandeln den deutschen Fall. Für dich gilt anderes: Österreich kennt kein Gegenstück zum § 2 AStG und keinen Zehn-Jahres-Nachlauf, dafür greift beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung des § 27 Abs 6 EStG auf Beteiligungen, Depots und Kryptowährungen (EU/EWR auf Antrag aufgeschoben, Drittstaat sofort fällig). Die Schweiz beendet die Steuerpflicht mit dem Wegzug und erhebt keine Wegzugssteuer auf Privatvermögen; abgerechnet wird nur über Geschäftsvermögen. Rechtsstand geprüft 13.8.2026.
Neustart mit US-LLC nach dem Wegzug: für Österreicher · für Schweizer