Überblick
Bulgarien hat eines der steuerfreundlichsten Systeme der EU: eine Flat Tax von 10 Prozent auf das persönliche Einkommen, eine Körperschaftsteuer von 10 Prozent und eine Dividendensteuer von nur 5 Prozent, jeweils zu den niedrigsten Sätzen der Union. Es gibt keine Vermögensteuer, und die Sozialabgaben sind gedeckelt.
Zwei Punkte machen Bulgarien 2026 noch attraktiver: Das Land hat zum 1. Januar 2026 den Euro eingeführt (Wegfall des Wechselkursrisikos) und bleibt als EU-Mitglied mit voller Freizügigkeit ein praktikabler Wohnsitz für DACH-Unternehmer. Die effektive Gesamtbelastung ausgeschütteter Unternehmensgewinne liegt bei rund 14,5 Prozent.
Steuerpflicht in Bulgarien: unbeschränkt oder beschränkt?
Wann bist du in Bulgarien unbeschränkt und wann nur beschränkt steuerpflichtig? Und welche Einkünfte musst du dort überhaupt versteuern? Maßgeblich ist die steuerliche Ansässigkeit.
Steuerlich ansässig bist du bei einem Aufenthalt von mehr als 183 Tagen oder wenn dein Lebensmittelpunkt in Bulgarien liegt. Ansässige werden auf ihr Welteinkommen besteuert.
Einkommensteuer
Die Einkommensteuer ist eine Flat Tax von 10 Prozent auf nahezu alle Einkunftsarten, ohne Stufen. Das ist gemeinsam mit Rumänien der niedrigste Satz der EU.
Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne
Veräußerungsgewinne werden mit 10 Prozent besteuert. Gewinne aus an EU/EWR-Börsen gehandelten Wertpapieren sind befreit. Dividenden werden mit 5 Prozent besteuert. Eine im Haushaltsentwurf 2026 vorgeschlagene Anhebung auf 10 Prozent wurde nicht verabschiedet; nach der vorgezogenen Parlamentswahl 2026 gilt der verlängerte Haushalt 2025 fort, und der Satz von 5 Prozent bleibt in Kraft.
Krypto-Steuern
Kryptogewinne unterliegen der Flat Tax von 10 Prozent. Details stehen im Krypto-Dossier.
Krypto-Steuern im Detail
Das vollständige Krypto-Steuer-Dossier auf kryptosteuern.info
Sonderregime für Zuzügler
Ein klassisches Zuzügler-Regime gibt es nicht, der Vorteil liegt im System selbst: 10 Prozent Flat Tax, 5 Prozent auf Dividenden und gedeckelte Sozialabgaben. Für Gründer-Gesellschafter ist die Struktur aus moderatem Gehalt plus Dividende besonders effizient.
Körperschaftsteuer
Die Körperschaftsteuer beträgt einheitlich 10 Prozent, der gemeinsam niedrigste Satz der EU. Pillar Two (QDMTT) gilt für sehr große Konzerne.
Mehrwertsteuer
Der Standardsatz der Mehrwertsteuer liegt bei 20 Prozent, mit reduzierten 9 Prozent für Hotellerie, Bücher und bestimmte Medikamente.
Erbschaft- und Schenkungsteuer
Die Erbschaft- und Schenkungsteuer ist kommunal geregelt, mit niedrigen Sätzen (0,4 bis 6,6 Prozent). Ehegatten und Kinder sind befreit.
Vermögensteuer
Es gibt keine Vermögensteuer. Auf Immobilien wird eine niedrige kommunale Grundsteuer sowie beim Erwerb eine Übertragungssteuer (0,1 bis 3 Prozent) erhoben.
Sozialversicherung
Die Sozialabgaben betragen für Arbeitnehmer rund 13,78 Prozent, für Arbeitgeber rund 19 Prozent. Die Höchstbemessungsgrundlage liegt von Januar bis Juli 2026 bei 2.111,64 Euro (BGN 4.130) pro Monat und steigt ab August 2026 auf 2.300 Euro pro Monat. Einkommen oberhalb dieser Grenze unterliegt nur noch der 10-Prozent-Einkommensteuer.
Doppelbesteuerungsabkommen
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Bulgarien hat über 70 DBA, darunter mit Deutschland, Österreich und der Schweiz. Liste mit der NRA abgleichen.
Steuertransparenz und Compliance
Bulgarien ist EU-Mitglied, nimmt am automatischen Informationsaustausch (CRS) teil, hat ein FATCA-Abkommen und setzt Pillar Two (QDMTT) um. Ein UBO-Register besteht.
Stand der Compliance-Daten: 2026
Weiterführende Ressourcen
Beim Wegzug aus Deutschland sind zusätzlich die Wegzugsbesteuerung nach § 6 AStG und die Entstrickungsbesteuerung relevant.
Länderguide Bulgarien auf Wohnsitz Ausland
Lebenshaltungskosten, Schulen, Formalitäten und mehr
Wegzug aus Deutschland
Aus Österreich oder der Schweiz?
Die Wegzug-Links oben behandeln den deutschen Fall. Für dich gilt anderes: Österreich kennt kein Gegenstück zum § 2 AStG und keinen Zehn-Jahres-Nachlauf, dafür greift beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung des § 27 Abs 6 EStG auf Beteiligungen, Depots und Kryptowährungen (EU/EWR auf Antrag aufgeschoben, Drittstaat sofort fällig). Die Schweiz beendet die Steuerpflicht mit dem Wegzug und erhebt keine Wegzugssteuer auf Privatvermögen; abgerechnet wird nur über Geschäftsvermögen. Rechtsstand geprüft 13.8.2026.
Neustart mit US-LLC nach dem Wegzug: für Österreicher · für Schweizer