Die 10 besten Länder ohne Erbschaftsteuer
Zuletzt aktualisiert: 2026-07-21
Die Erbschaftsteuer ist für vermögende Familien oft der teuerste Steuermoment überhaupt: In Deutschland werden je nach Verwandtschaftsgrad bis zu 50 Prozent fällig, und die Freibeträge hinken den Vermögenspreisen seit Jahren hinterher. Die gute Nachricht: Eine überraschend lange Liste von Staaten erhebt gar keine Erbschaft- oder Schenkungsteuer — darunter direkte Nachbarn.
Aus Österreich oder der Schweiz? Österreich erhebt seit dem 1. August 2008 weder Erbschaft- noch Schenkungsteuer; die Tatbestände des ErbStG 1955 sind vom Verfassungsgerichtshof aufgehoben worden. Geblieben ist die Schenkungsmeldung nach § 121a BAO, eine Pflicht mit Frist. In der Schweiz erhebt der Bund keine, die Kantone schon, außer Schwyz und Obwalden; Ehegatten sind durchweg befreit, direkte Nachkommen in aller Regel ebenfalls, und Luzern verzichtet auf die Schenkungsteuer.
Österreich führt die Liste an: Die Erbschaft- und Schenkungsteuer wurde 2008 abgeschafft, es bleibt lediglich die Grunderwerbsteuer bei Immobilien. Für DACH-Auswanderer die naheliegendste Option ohne Sprachwechsel und ohne Kulturschock. Portugal folgt dicht dahinter: keine Erbschaftsteuer für Ehegatten, Kinder und Eltern; nur außerhalb der Kernfamilie fällt eine Stempelsteuer von 10 Prozent an. Auch Schweden und Norwegen haben ihre Erbschaftsteuern abgeschafft (2005 bzw. 2014) — bemerkenswert für zwei Hochsteuerländer, wobei Norwegen dafür an anderer Stelle zulangt.
Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, schaut auf die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur und Zypern: keine Erbschaftsteuer, keine Ersatzkonstruktionen, in Zypern und Malta kombinierbar mit attraktiven Non-Dom-Regimen; das Non-Dom-Regime ist dabei nur einer von Maltas Steuervorteilen. Neuseeland und Israel runden die Auswahl außerhalb Europas ab, die Slowakei ist der stille Geheimtipp in der EU.
Drei Fallen machen diese Liste erst wertvoll. Erstens: Kanada erhebt zwar keine Erbschaftsteuer, besteuert im Todesfall aber eine fiktive Veräußerung des gesamten Vermögens (Deemed Disposition) — ökonomisch oft teurer als eine moderate Erbschaftsteuer. Deshalb steht Kanada nicht auf dieser Liste. Zweitens: Die Schweiz ist nur ein halber Kandidat — Erbschaftsteuer ist kantonal, Ehegatten und meist auch Kinder sind befreit, entferntere Erben zahlen je nach Kanton erheblich. Drittens, und am wichtigsten: Deutsche Staatsangehörige bleiben nach dem Wegzug noch fünf Jahre in der erweiterten unbeschränkten Erbschaftsteuerpflicht (§ 2 ErbStG; gegenüber den USA: zehn Jahre), und deutsches Inlandsvermögen — vor allem Immobilien — bleibt dauerhaft beschränkt steuerpflichtig. Wer heute nach Dubai zieht und nächstes Jahr vererbt, vererbt deutsch.
Der ehrliche Hinweis: Nachlassplanung über Grenzen ist Maßarbeit. Nachlauffristen, die wenigen deutschen Erbschaftsteuer-DBA, Güterstand und Stiftungsfragen entscheiden mehr als die reine Länderwahl. Die Chips führen dich zu den vollständigen Steueratlas-Profilen mit Ansässigkeitsregeln, Sätzen und Ampel-Urteil.
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