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Steueratlas/Länder/Saudi-Arabien
🇸🇦

Saudi-Arabien

SA · SAUNaher Osten (Golf)Stand: 2026-08-19
Bedingt attraktiv
3/5
0 % EinkommensteuerKeine Kapitalertrag-/Erbschaft-/VermögensteuerPremium Residency (ohne Sponsor)15 % VAT, Lifestyle-Faktoren

Auf einen Blick

Spitzensteuersatz (ESt)0 % (keine Einkommensteuer)
Körperschaftsteuer20 % (nur ausländische Anteile; Saudis/GCC Zakat 2,5 %)
Mehrwertsteuer15 %
KapitalertragsteuerKeine (für Privatpersonen)
VermögensteuerKeine
ErbschaftsteuerKeine
Immobilienkauf (Steuern)Real Estate Transaction Tax (RETT) 5 % des Immobilienwerts bei jeder Übertragung, unabhängig von Zustand und Nutzung (formal vom Verkäufer geschuldet); keine Stempelsteuer
Grundsteuer (laufend)Keine allgemeine Grundsteuer auf bewohnte Wohnimmobilien; White-Land-Abgabe nach Reform 2025 bis 10 % jährlich auf unbebautes Bauland und bis 5 % auf dauerhaft leerstehende Gebäude in Stadtgebieten
SteuerjahrKalenderjahr
WährungSaudi-Riyal (SAR, USD-gekoppelt)

Mitgliedschaften in Staatenbünden

GCCG20OPEC

Überblick

Saudi-Arabien hat eines der für Privatpersonen attraktivsten Steuerprofile der Welt: 0 Prozent Einkommensteuer für alle, Saudis wie Ausländer, dazu keine Kapitalertrag-, Erbschaft-, Vermögen- oder Schenkungsteuer. Mit der neuen Premium Residency kann man inzwischen ohne Arbeitgeber-Sponsor im Land leben, und der Riyal ist an den US-Dollar gekoppelt. Praktisch ist das Bild differenzierter: 15 Prozent VAT, Lifestyle- und Kulturfaktoren und die Tatsache, dass für DACH-Auswanderer die VAE der gängigere Golf-Standort sind.

Das Königreich Saudi-Arabien (Hauptstadt Riad) ist die größte Volkswirtschaft der Golfregion, mit ehrgeiziger Diversifizierungsagenda (Vision 2030). Die Währung ist der Saudi-Riyal (SAR), fest an den US-Dollar gekoppelt. Kernpunkte: Einkommensteuer 0 Prozent, Körperschaftsteuer 20 Prozent (ausländische Anteile), VAT 15 Prozent.

Steuerpflicht in Saudi-Arabien: unbeschränkt oder beschränkt?

Wann bist du in Saudi-Arabien unbeschränkt und wann nur beschränkt steuerpflichtig? Und welche Einkünfte musst du dort überhaupt versteuern? Maßgeblich ist die steuerliche Ansässigkeit.

Weil Saudi-Arabien keine Einkommensteuer erhebt, gibt es für die Einkommensbesteuerung kein Konzept der steuerlichen Ansässigkeit: Wo du dein Einkommen erzielst und wie lange du dich aufhältst, ändert deine saudische Einkommensteuerlast nicht (sie ist null).

Einkommensteuer

Saudi-Arabien erhebt keine Einkommensteuer auf Löhne und Gehälter, weder von Staatsbürgern noch von Ausländern.

Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne

Für Privatpersonen gibt es keine Kapitalertragsteuer.

Krypto-Steuern

Es gibt keine Einkommensteuer auf private Krypto-Gewinne.

Krypto-Steuern im Detail

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Sonderregime für Zuzügler

Die Premium Residency (seit 2019, oft als saudische Green Card bezeichnet) erlaubt Ausländern, ohne Arbeitgeber-Sponsor im Land zu leben und zu arbeiten: entweder als einmalige Zahlung von SAR 800.000 oder als jährliche Gebühr von SAR 100.000.

Körperschaftsteuer

Die Körperschaftsteuer von 20 Prozent trifft nur den ausländischen Anteil an Gesellschaften. Saudi- und GCC-Anteile unterliegen stattdessen der Zakat (2,5 Prozent) auf die Zakat-Basis (Nettovermögen). Öl und Gas werden mit bis zu 85 Prozent besteuert; Sonderwirtschaftszonen mit 5 Prozent; regionale Hauptsitze (RHQ) sind 30 Jahre befreit.

Mehrwertsteuer

Die VAT beträgt 15 Prozent (2020 von 5 Prozent verdreifacht).

Seit dem 10. April 2025 gilt zudem eine Grundstückstransaktionssteuer (RETT) von 5 Prozent auf Immobilienübertragungen; für die erste Wohnimmobilie saudischer Bürger übernimmt der Staat die Steuer bis zu einem Kaufpreis von SAR 1.000.000.

Erbschaft- und Vermögensteuer

Es gibt keine Erbschaft-, Vermögen- oder Schenkungsteuer für Privatpersonen. Die Nachfolge richtet sich für Muslime nach der Scharia. Saudis/GCC-Bürger zahlen Zakat (2,5 Prozent), Ausländer nicht.

Doppelbesteuerungsabkommen

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62 umfassende Doppelbesteuerungsabkommen in Kraft (Zakat, Tax and Customs Authority (ZATCA), Tax and Customs Agreements, Stand 2026-08-19). Die ZATCA-Uebersichtsseite laedt ihre Liste per Skript und liefert im Rohabruf keine Laendernamen. Der Bestand wurde deshalb ueber die offizielle ZATCA-Sitemap (sitemap0.xml, generiert am 29.6.2026) vollstaendig ausgelesen und jede einzelne Abkommensseite abgerufen. 62 Seiten tragen ein umfassendes Einkommensteuerabkommen, die uebrigen sind Zollkooperations- oder Multilateralseiten. Kosovo ist bestaetigt: die ZATCA fuehrt eine eigene Kosovo-Seite, Unterzeichnung 20.10.2019, in Kraft seit 1.8.2020. Taiwan fehlt auf der ZATCA-Seite vollstaendig, obwohl Taiwan das Abkommen fuehrt (Unterzeichnung 2.12.2020, in Kraft seit 1.11.2021, anwendbar ab 1.1.2022, geschlossen zwischen dem Taipei Economic and Cultural Representative Office und dem Council of Saudi Chambers). Einseitige Lage, deshalb als Taiwan-Sonderfall behandelt und nicht in die Partnerliste aufgenommen. Indonesien fehlt bei der ZATCA. Zwischen beiden Staaten besteht nur ein begrenztes Abkommen ueber die gegenseitige Befreiung von Luftverkehrsunternehmen, kein umfassendes DBA. Irak steht zwar mit einer ZATCA-Seite im Register, dort geht es aber um ein Memorandum zur Zollzusammenarbeit, nicht um ein DBA. Neuzugaenge bestaetigt: Island in Kraft seit 1.12.2025 und anwendbar ab 1.1.2026, Kuwait in Kraft seit 1.8.2025 und anwendbar ab 1.1.2026, Kroatien in Kraft seit 24.6.2025 und anwendbar ab 1.1.2026, Mauretanien in Kraft seit 1.1.2025 und anwendbar ab 1.1.2026, Katar in Kraft seit 1.1.2025 und anwendbar ab 1.1.2026. Bei Gabun und der Slowakei nennt die ZATCA kein Datum. Die Slowakei fuehrt das Abkommen im Register des Finanzministeriums mit Inkrafttreten 1.8.2024. Fuer Gabun liegt kein Datum vor, das Abkommen steht aber im ZATCA-Register und in der PwC-Quellensteuertabelle. Die arabische ZATCA-Seite zur Schweiz nennt als Wirksamkeitsdatum 1.4.2014, was bei Unterzeichnung am 18.2.2018 ein offensichtlicher Tippfehler ist. Schweizer Seite: in Kraft seit 1.12.2020, anwendbar ab 1.1.2021. Die Seite 'United Kingdom and Ireland Convention' betrifft laut Volltext das Vereinigte Koenigreich einschliesslich Nordirland, also GB. Irland hat eine eigene Abkommensseite.

Steuertransparenz und Compliance

CRS (Common Reporting Standard)
Teilnehmer seit 2018
CARF (Krypto-Meldepflicht)
Nicht verpflichtet
FATCA
Model-1-IGA seit 2017
FATF-Liste
Nicht gelistet
EU-Liste nicht-kooperativer Länder
Nicht gelistet
Pillar Two / Globale Mindeststeuer
Nicht umgesetzt
Wirtschaftliche Substanz
Wohnsitz + 30 Tage oder 183 Tage
Transparenzregister
ZATCA/UBO
Sanktionen
Eigenes Regime

Stand der Compliance-Daten: 2026

Bewertung für Auswanderer

Steuerlich ist Saudi-Arabien für Privatpersonen erstklassig: 0 Prozent Einkommensteuer, keine Kapitalertrag-, Erbschaft-, Vermögen- oder Schenkungsteuer, ein USD-gekoppelter Riyal und mit der Premium Residency erstmals ein sponsorfreier Aufenthaltstitel. Praktisch sind jedoch mehrere Punkte abzuwägen: die 15-prozentige VAT, die 20 Prozent Körperschaftsteuer auf ausländische Unternehmensanteile und vor allem die Lifestyle- und Kulturfaktoren, die für viele in der Zielgruppe entscheidend sind. Für die meisten DACH-Auswanderer sind die VAE der gängigere Golf-Standort, mit ähnlichem Steuerprofil und etablierterer Expat-Infrastruktur.

Unsere Einordnung: Gelb. Auf dem Papier eines der stärksten Steuerprofile überhaupt (0 Prozent über die gesamte Linie), in der Praxis aber stark vom individuellen Lifestyle-Fit abhängig und meist hinter den VAE als Golf-Wahl.

Videos

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Weiterführende Ressourcen

Aus Österreich oder der Schweiz?

Die Wegzug-Links oben behandeln den deutschen Fall. Für dich gilt anderes: Österreich kennt kein Gegenstück zum § 2 AStG und keinen Zehn-Jahres-Nachlauf, dafür greift beim Wegzug die Wegzugsbesteuerung des § 27 Abs 6 EStG auf Beteiligungen, Depots und Kryptowährungen (EU/EWR auf Antrag aufgeschoben, Drittstaat sofort fällig). Die Schweiz beendet die Steuerpflicht mit dem Wegzug und erhebt keine Wegzugssteuer auf Privatvermögen; abgerechnet wird nur über Geschäftsvermögen. Rechtsstand geprüft 13.8.2026.

Neustart mit US-LLC nach dem Wegzug: für Österreicher · für Schweizer

Häufige Fragen zur Steuerpflicht

Wann gilt in Saudi-Arabien nur eine beschränkte Steuerpflicht?

Wer nicht steuerlich ansässig ist, ist nur beschränkt steuerpflichtig und zahlt Steuer ausschließlich auf Einkünfte aus lokaler Quelle. Ausländische Einkünfte bleiben außen vor.

Welches Einkommen muss man in Saudi-Arabien versteuern?

Saudi-Arabien erhebt keine Einkommensteuer auf Löhne und Gehälter, weder von Staatsbürgern noch von Ausländern. Erwerbseinkommen natürlicher Personen bleibt damit unbesteuert.