Überblick
Namibia ist ein unterschätztes Ziel, weil es nach dem Quellenprinzip besteuert: Nur Einkommen aus namibischer Quelle ist steuerpflichtig, Auslandseinkommen bleibt grundsätzlich unbesteuert, unabhängig von der Ansässigkeit. Dazu kommen keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaft- und keine Vermögensteuer, eine englischsprachige Verwaltung und politische Stabilität. Gegenzurechnen sind ein lokaler Spitzensatz von 37 Prozent, einzelne Deemed-Source-Regeln und die Grenzen der Infrastruktur.
Die Republik Namibia (Hauptstadt Windhoek) liegt an der südwestafrikanischen Atlantikküste, ist seit 1990 unabhängig, englischsprachig und Mitglied der Südafrikanischen Zollunion (SACU). Die Währung ist der Namibia-Dollar (NAD), fest an den südafrikanischen Rand gekoppelt.
Steuerpflicht in Namibia: unbeschränkt oder beschränkt?
Wann bist du in Namibia unbeschränkt und wann nur beschränkt steuerpflichtig? Und welche Einkünfte musst du dort überhaupt versteuern? Maßgeblich ist die steuerliche Ansässigkeit.
Das namibische System beruht auf der Quelle, nicht auf der Ansässigkeit: Besteuert wird Einkommen, das aus einer namibischen Quelle stammt oder als solche gilt. Wohnsitz, Domizil und Staatsangehörigkeit sind grundsätzlich unerheblich. **Auslandseinkommen ist in Namibia regelmäßig nicht steuerpflichtig.
Einkommensteuer
Die Einkommensteuer auf namibische Quelleneinkünfte ist progressiv: 0 Prozent bis NAD 40.000, dann gestaffelt bis 37 Prozent für Einkommen über NAD 750.000.
Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne
Namibia erhebt keine Kapitalertragsteuer. Eine Ausnahme bilden Gewinne aus der Veräußerung von Bergbau- und Erdöllizenzen.
Krypto-Steuern
Krypto-Gewinne unterliegen mangels CGT und mangels Sonderregime in Namibia regelmäßig keiner Besteuerung, soweit keine namibische Quelle vorliegt.
Krypto-Steuern im Detail
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Körperschaftsteuer
Der Körperschaftsteuersatz (Nicht-Bergbau) wurde 2025 auf 30 Prozent gesenkt, eine weitere Senkung auf 28 Prozent ab FY2026/27 ist geplant. Auch die Körperschaftsteuer folgt dem Quellenprinzip. Neu: eine 10-Prozent-Dividendensteuer ab Januar 2026 (Stand vor Druck prüfen).
Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer beträgt 15 Prozent; Grundnahrungsmittel und Exporte sind nullsatzbesteuert.
Erbschaft- und Schenkungsteuer
Es gibt keine Erbschaft-, Nachlass- oder Schenkungsteuer in Namibia.
Vermögensteuer
Eine Vermögensteuer existiert nicht; Gemeinden erheben eine Grundsteuer nach kommunaler Bewertung.
Sozialversicherung
Das Sozialsystem ist begrenzt: Der Beitrag zum Maternity-, Sick-Leave- und Death-Benefit-Fund beträgt je 0,9 Prozent des Grundgehalts, gedeckelt.
Doppelbesteuerungsabkommen
Steuertransparenz und Compliance
Stand der Compliance-Daten: 2026
Bewertung für Auswanderer
Für DACH-Auswanderer, die von ausländischen Einkünften leben (Kapitalerträge, ausländische Beteiligungen, Auslandsimmobilien), ist Namibia ein unter dem Radar liegendes, legitimes Ziel: Das Quellenprinzip lässt Auslandseinkommen unbesteuert, es gibt keine CGT, keine Erbschaft- und keine Vermögensteuer, dazu Englisch als Amtssprache und politische Stabilität. Klar gegenzurechnen sind der lokale Spitzensatz von 37 Prozent, einzelne Deemed-Source-Regeln, die neue Dividendensteuer und die im afrikanischen Kontext begrenzte Infrastruktur.
Unser Fazit: Gelb. Ein quellenbasiertes Territorial-Ziel mit echtem Vorteil für Bezieher ausländischer Einkünfte, das wegen seiner Lage und Infrastruktur weniger bekannt ist, aber für die richtige Konstellation sehr attraktiv sein kann.
Videos
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