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Macau

MO · MACAsienStand: 2026-07-01
Steuerfreundlich
4/5
Territoriale Besteuerung (ab 2026)Einkommensteuer max. 12 %Körperschaftsteuer max. 12 %Keine KapitalertragsteuerKeine MehrwertsteuerKeine Erbschaftsteuer

Auf einen Blick

Spitzensteuersatz (ESt)12 % (Berufssteuer; Freibetrag MOP 144.000)
Körperschaftsteuer12 % (Freibetrag MOP 600.000)
MehrwertsteuerKeine
KapitalertragsteuerKeine gesonderte
VermögensteuerNein
ErbschaftsteuerKeine
SteuerjahrKalenderjahr
WährungMOP (an HKD gebunden)

Überblick

Macau besteuert Einkommen und Unternehmensgewinne mit höchstens 12 Prozent, kennt keine Mehrwertsteuer, keine Kapitalertragsteuer und keine Erbschaftsteuer. Die chinesische Sonderverwaltungsregion an der Perlflussmündung hat ein eigenes, niedriges Steuersystem, das getrennt von Festlandchina funktioniert. Finanziert wird der Staat vor allem über die Glücksspielsteuer (35 bis 40 Prozent auf Bruttospielerträge), was die Steuerlast für Bürger und Unternehmen gering hält.

Zum 1. Januar 2026 ist ein neues Steuergesetz (Lei 24/2024) in Kraft getreten, das Macau von der Welteinkommens- auf die territoriale (quellenbasierte) Besteuerung umstellt und internationale Standards (Verrechnungspreise, Betriebsstätte, DBA-Entlastung, Ansässigkeitsregeln) einführt. Für vermögende Auswanderer ist Macau damit einer der attraktivsten Niedrigsteuerstandorte Asiens, sofern der Zugang gelingt.

Steuerliche Ansässigkeit

Nach dem neuen Steuergesetz gilt als steuerlich ansässig, wer sich mindestens 183 Tage pro Jahr in Macau aufhält oder dort seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat; für Gesellschaften ist der Sitz oder die tatsächliche Geschäftsleitung maßgeblich. Ab 2026 sind alle Steuerpflichtigen zur Abgabe einer Ansässigkeitserklärung bei der DSF verpflichtet. Das Steuerjahr ist das Kalenderjahr.

Einkommensteuer

Die Berufssteuer (professional tax) auf Arbeitseinkommen ist progressiv und bei 12 Prozent gedeckelt. Die ersten MOP 144.000 Jahreseinkommen sind steuerfrei; zusätzlich gelten Freibeträge und Abzüge (Grundfreibetrag, Ehegatte, Kinder). Besteuert wird nur in Macau erzieltes Arbeitseinkommen. Der niedrige Spitzensatz macht Macau für gut verdienende Fachkräfte und Führungskräfte besonders interessant.

Kapitalerträge und Veräußerungsgewinne

Macau erhebt keine gesonderte Kapitalertragsteuer. Gewinne aus der Veräußerung von Vermögenswerten sind grundsätzlich nicht steuerbar, es sei denn, sie sind Teil einer gewerblichen Tätigkeit (dann Komplementärsteuer). Auf Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren wird keine Quellensteuer erhoben. Für Anleger, auch im Krypto-Bereich, ist das ein klarer Vorteil.

Körperschaftsteuer

Die Komplementärsteuer (complementary tax) auf Unternehmensgewinne ist progressiv und bei 12 Prozent gedeckelt. Für das Steuerjahr 2025 (Veranlagung 2026) wurde der Freibetrag auf MOP 600.000 angehoben; Gewinne darüber werden mit 12 Prozent besteuert. Es gelten großzügige Anreize, etwa für Fondsmanagementgesellschaften (ermäßigt auf 5 Prozent), F&E (erhöhte Abzüge) sowie Einkünfte aus portugiesischsprachigen Ländern. Ab 2026 gelten Verrechnungspreisregeln nach OECD-Standard.

Mehrwertsteuer

Es gibt keine Mehrwertsteuer, keine Verkauf- und keine Umsatzsteuer. Erhoben wird lediglich eine Tourismussteuer von 5 Prozent auf Leistungen von Hotels und ähnlichen Betrieben sowie Verbrauchsteuern auf Tabak und Alkohol. Das hält die Konsumpreise vergleichsweise niedrig.

Erbschaft- und Schenkungsteuer

Macau erhebt keine Erbschaft- und keine Schenkungsteuer. Vermögensübertragungen von Todes wegen oder unter Lebenden lösen keine gesonderte Steuer aus (bei Immobilien fällt Stempelsteuer auf die Übertragung an). Für die generationenübergreifende Vermögensnachfolge ist Macau damit unbelastet.

Vermögensteuer

Eine Vermögensteuer wird nicht erhoben. Auf Immobilien wird eine Grundsteuer (property tax) erhoben, die für vermietete Objekte 2026 auf 8 Prozent ermäßigt ist; für selbstgenutzte Objekte gilt ein Standardabzug. Beim Kauf von Immobilien durch Nichtansässige fällt zusätzliche Stempelsteuer an.

Sozialversicherung

Macau betreibt kein umlagefinanziertes Sozialsystem mit hohen Lohnabgaben. Es bestehen moderate Beiträge zum Sozialversicherungsfonds (FSS). Der lohnbezogene Abgabenkeil ist damit deutlich niedriger als in Kontinentaleuropa, was Macau für Arbeitgeber und Arbeitnehmer attraktiv macht.

Doppelbesteuerungsabkommen

Macau unterhält als Sonderverwaltungsregion ein begrenztes Abkommensnetz, unter anderem mit Festlandchina, Hongkong, Portugal, Mosambik, Vietnam, Belgien und Kap Verde. Ein DBA mit den DACH-Staaten besteht nicht; angesichts der niedrigen Sätze ist der praktische Bedarf gering. Mit dem neuen Steuergesetz werden ab 2026 Mechanismen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung (Anrechnung) eingeführt.

Bewertung für Auswanderer

Macau ist Asiens leiseres Steuerparadies: maximal 12 Prozent auf Einkommen und Gewinne, keine Kapitalertrag-, Mehrwert- und Erbschaftsteuer, ab 2026 klar territorial. Für vermögende Auswanderer, die einen asiatischen Standort mit niedriger, planbarer Steuerlast suchen, ist das ein starkes Profil, ergänzt um einen niedrigen Sozialabgabenkeil und die stabile MOP-Anbindung an den Hongkong-Dollar.

Die eigentliche Hürde ist der Zugang: Eine Aufenthalts- und Ansässigkeitsberechtigung in Macau zu erlangen, ist anspruchsvoll, der Immobilienmarkt eng und die Wirtschaft stark vom Glücksspiel geprägt. Als Sonderverwaltungsregion Chinas unterliegt Macau zudem dem übergeordneten politischen Rahmen. Wer den Zugang meistert, findet einen der günstigsten und diskretesten Niedrigsteuerstandorte der Region.

Unser Fazit: Grün. Sehr niedrige Steuersätze, keine Kapitalertrag-, Mehrwert- und Erbschaftsteuer, ab 2026 territorial. Abzüge nur beim Zugang und beim politischen Rahmen.

Videos

Weiterführende Ressourcen

Vor einem Wegzug aus dem deutschsprachigen Raum sind die deutschen Regeln zur Wegzugs- und Entstrickungsbesteuerung zu prüfen. Die verlinkten Beiträge liefern die Grundlagen.

Häufige Fragen zur Steuerpflicht

Wann ist man in Macau unbeschränkt steuerpflichtig?

Die steuerliche Ansässigkeit und ihre Folgen sind im Überblick-Abschnitt dieser Seite beschrieben.

Wann gilt in Macau nur eine beschränkte Steuerpflicht?

Wer nicht steuerlich ansässig ist, zahlt Steuer ausschließlich auf lokale Quelleneinkünfte. Ausländische Einkünfte bleiben außen vor.

Welches Einkommen muss man in Macau versteuern?

Ansässige versteuern ihr Einkommen nach den auf dieser Seite beschriebenen Regeln. Die Details zu Steuersätzen und Sonderregimen finden sich in den jeweiligen Abschnitten.